Niko Juranek  | August 20, 2023 min

„How To Be Successful“ von OpenAI Gründer Sam Altman

Sam Altman nennt in diesem Artikel 13 Faktoren, die laut ihm für Erfolg ausschlaggebend sind.

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OpenAI Gründer Sam Altman is spätestens mit dem durchschlagenden Erfolg von ChatGPT den meisten Menschen bekannt geworden. Fakt ist aber, dass dieser Erfolg auch nicht von heute auf morgen kam, sondern er diesen über lange Zeit aufgebaut hat (die Gründung von OpenAI erfolgte bereits 2015).

Dementsprechend finde ich es immer spannend, Artikel und Einschätzungen von erfolgreichen Personen wie ihm aus der Vergangenheit zu lesen, die einen Einblick in ihre Denkweisen geben, ihre Vision, unerschütterlichen Glauben und Hingabe an das Projekt zeigen, oft noch lange bevor der Erfolg tatsächlich eingetreten ist.

Heute habe ich den Artikel von Sam Altman "How To Be Successful" [1] aus dem Jahr 2019 gelesen, zu dem ich dir hier meine Notizen und größten Learnings zusammengefasst habe:

Kurzzusammenfassung: "How To Be Successful" von Sam Altman

Sam Altman nennt in diesem Artikel 13 Faktoren, die laut ihm für Erfolg ausschlaggebend sind. Darunter gehören etwa die Kraft der Akkumulation, das Streben nach exponentiellem Wachstum, Selbstvertrauen und Willensstärke, die Fähigkeiten, unabhängig denken zu können und gut verkaufen zu können, einzigartig zu sein, sich ein starkes Netzwerk aufzubauen, und fokussiert Risiken eingehen zu können.

Kernkonzepte, Key Learnings und Notizen zu "How To Be Successful"

1. Die Kraft der Akkumulation

Altman betont, dass der "Compound Effect" der größte Faktor ist, wenn man erfolgreich werden will. Das betrifft alle Lebensbereiche, egal, ob man ein skalierendes Unternehmen gründen will, in seiner Persönlichkeit wachsen möchte, oder durch Investitionen Kapitalerträge erwirtschaften will (Zinseszinseffekt):

"Ich denke, der größte Wettbewerbsvorteil in der Wirtschaft – sei es für ein Unternehmen oder für die Karriere eines Einzelnen – ist langfristiges Denken mit einem umfassenden Überblick darüber, wie die verschiedenen Systeme in der Welt zusammenkommen werden." – Sam Altman

Besonders in der Wahl der Laufbahn sei es wichtig, eine zu wählen, die eine große Anhäufungsmöglichkeit hat, da die meisten Laufbahnen nur relativ linear verlaufen würden. Besonders solle man nicht in einem Beruf arbeiten, in dem Leute, die seit zwei Jahren dabei sind, genauso effektiv sein können wie Leute, die seit zwanzig Jahren dabei sind – das Lerntempo sollte laut Altman immer hoch sein.

Die größten Hebel, einen solchen Compound Effekt zu bekommen sind seiner Meinung nach der Einsatz von Kapital (Zinseszinseffekt), der Einsatz von effizienten, skalierenden Technologien, die das Ergebnis (Output) vom Aufwand (Input) entkoppeln können, der Aufbau einer starken persönlichen Marke bzw. zuverlässigen Reputation, die Nutzung von Netzwerkeffekten und ein gutes Gefühl für Mitarbeiterführung.

Viele Menschen haben Angst, "die eine" Chance zu verpassen. Altman gibt hier aber die Empfehlung mit, entspannt zu bleiben und sich auf die wirklich großen Chancen zu konzentrieren – genauso, wie ein Surfer viele kleine Wellen abwarten und auslassen muss, bevor er die eine große Welle kommen sieht, die er reiten will. Das darf auch durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen: 

"Ich bin bereit, mir zwischen den Projekten so viel Zeit wie nötig zu nehmen, um mein nächstes Projekt zu finden. Aber ich möchte immer, dass es ein Projekt ist, das, wenn es erfolgreich ist, den Rest meiner Karriere wie eine Fußnote aussehen lässt." – Sam Altman

Andere erfolgreiche Personen wie Naval Ravikant mit seinem Prinzip "Productize Yourself" [2] und Darren Hardy in seinem Buch The Compound Effect* [3] sehen das genauso.

Für mich klingt das rational gesehen logisch; aus meiner persönlichen Erfahrung habe ich das Gefühl, dass es tatsächlich eher eine größere emotionale Herausforderung ist, den Sinn davon auch anderen Menschen, besonders denen im engeren Umfeld (Familie, Freunde etc.) zu kommunizieren, die es gut mit einem meinen und es daher vielleicht einfach nicht verstehen, warum man "eine gute Jobmöglichkeit" auslassen will. 

2. Habe schon fast zu viel Selbstvertrauen 

"Je ehrgeiziger Sie sind, desto mehr wird die Welt leider versuchen, Sie niederzumachen." – Sam Altman

Das "Impostor Syndrom" betrifft tatsächlich viele fähige Menschen, die sich selbst fälschlicherweise für Hochstapler halten. [X] Altman sieht diese Schwierigkeit, betont aber, wie wichtig es ist, schon sehr früh Selbstvertrauen zu kultivieren: Die erfolgreichsten Menschen seien so selbstbewusst, dass sie beinahe schon fast am Punkt der Selbsttäuschung angelangt sind.

Er sagt, dass Selbstvertrauen aber jedenfalls mit Selbsterkenntnis ausgeglichen werden müsse – das sei gleichzeitig ein großartiger Weg, mit Kritik und Feedback umzugehen: 

"Früher habe ich jede Art von Kritik gehasst und sie aktiv vermieden. Jetzt versuche ich, sie mir immer in der Annahme anzuhören, dass sie wahr ist, und dann zu entscheiden, ob ich danach handeln will oder nicht. Die Suche nach der Wahrheit ist schwierig und oft schmerzhaft, aber sie unterscheidet Selbstvertrauen von Selbsttäuschung."

Dieser Ansatz hilft, also, sich einerseits nicht selbst zu täuschen und selbstvertrauter zu sein – er macht einen selbst aber andererseits auch deutlich sympathischer gegenüber anderen Menschen, da man dadurch nicht den Eindruck erweckt, sich selbst für perfekt zu halten und offen für Feedback zu sein.

3. Lerne unabhängig zu denken

Eigenständiges, ungefiltertes Denken ist schwierig beizubringen, weswegen auch das Bildungssystem hier laut Altman versagt, da Konformität belohnt, Originalität aber vernachlässigt wird. Man sei daher auf sich allein gestellt und müsse sich diese wichtige Form des Denken selbst beibringen.

Dieses "First-Principle-Thinking" betont die Wichtigkeit, Grundlagen zu beherrschen und neue Sachverhalte aufgrund der zugrundeliegenden Prinzipien infolge besser beurteilen zu können, anstatt lediglich auswendig zu lernen und dann keine Zusammenhänge erkennen zu können.

Eine Möglichkeit, wie man das fördern könne, sei sich mit solchen Prinzipien zu beschäftigen, davon ausgehend neue Gedanken und Ideen zu entwickeln, und sich mit anderen, gleichgesinnten Personen darüber auszutauschen, Ideen zu hinterfragen und diese gegenseitig auf die Probe zu stellen.

Ein paar meiner Lieblingsautoren und Denker wie Naval Ravikant, Balaji Srinivasan, Charles Munger und Shane Parrish vom Blog Farnam Street beschäftigen sich sehr intensiv mit diesen "Great Mental Models", und wie man diese selbst entwickeln könne. [4]

Für Altman ist eine der wichtigsten Lektionen, dass man damit in Situationen, für die es keine Lösung zu geben scheint, herausfinden kann, was zu tun ist. Je öfter man das tue, desto mehr würde man selbst daran glauben. Der berühmte "Biss" entstehe, wenn man lernt, dass man immer wieder aufstehen kann, nachdem man niedergeschlagen wurde.

4. Werde gut im "Verkaufen"

Ab einem gewissen Level ist jeder Job ein "Sales" Job. Für Altman ist eine gute Kommunikation – insbesondere die schriftliche – eine unumgängliche Investition, die sich zu entwickeln lohnt.

Sein bester Rat dazu ist, klar zu kommunizieren. Dazu gehört, sich zu vergewissern, dass deine Gedanken klar sind, und dann eine einfache, prägnante Sprache zu verwenden.

Ein "klarer Denker" ist ein besseres Kompliment als "klug". – Naval Ravikant

Zum besseren Verkaufen hat Altman zwei Empfehlungen:

  • Einerseits sei es wichtig, wirklich an das zu glauben, was man selbst verkaufen will
  • Andererseits müsse man persönlich erscheinen, wenn es wichtig ist

Damit sagt er, dass nie der finanzielle Aspekt des Verkaufens im Vordergrund stehen sollte, sondern das Gegenüber die Überzeugung, das Warum der Person spüren müsse – erst dadurch kann eine vertrauensvolle Beziehung entstehen, die einen "Verkauf" ermöglicht. Menschen kaufen von Menschen, und Vertrauen ist dafür nun mal eine wichtige Voraussetzung.

5. Mach es leichter, Risiken eingehen zu können

Zu Risiken gibt es geteilte Meinungen: So sind viele Menschen der Ansicht, um ein erfolgreiches Unternehmen aufbauen zu können, müsse man extreme Risiken eingehen. Sieht man sich die Praxis und Wissenschaft dahinter an, sieht man aber, dass der Gegenteil der Fall ist: Die erfolgreichsten Menschen vermeiden Risiken weitestgehend. [5]

Tatsächlich zeigen Studien, dass Menschen eher dazu bereit sind, einen Verlust zu vermeiden, als einen möglichen höheren Gewinn zu bekommen. [6] Tatsächlich sei es nach Altman aber so, dass die meisten Menschen mögliche Risiken überschätzen– und die Chance bzw. den Nutzen unterschätzen würden.

Gewisse Risiken einzugehen sei deswegen wichtig, da es unmöglich sei, immer richtig zu liegen; erst durch das Ausprobieren lerne man und könne sich schnell anpassen.

Das sei insbesondere am Anfang der Karriere leichter, da man hier noch nicht viel zu verlieren, aber viel zu gewinnen habe. Als Faustregel empfiehlt Altman, nach "kleinen Wetten" zu suchen, bei denen man "nur" 1x-fach verliert, wenn man falsch liegt, aber 100x-fach gewinnen kann, wenn es funktioniert. Funktioniert es, dann sucht man sich eine "größere Wette" in diese Richtung, ansonsten adaptiert man und probiert es von Neuem.

Wichtig sei auch, schon früh anzufangen, da einerseits der erwähnte Compound Effect langfristig dadurch stärker wird, andererseits würde es immer schwieriger, je sesshafter man ist. Bequemlichkeit, Sicherheit, ein stabiles Einkommen aus einem Dienstverhältnis, familiäre Verpflichtungen und Bindungen machen es schwieriger, Risiken einzugehen, da das Verlustpotential mit der Zeit einfach größer wird. Altman empfiehlt daher, das eigene Leben so lange wie möglich billig und flexibel zu halten, um das zu erreichen. Das setzt natürlich Kompromisse voraus, zahlt sich aber langfristig umso mehr aus.

6. Fokus

Konzentriert arbeiten zu können ist eine Superkraft in unserer aufmerksamkeitsumkämpften Welt und ein echter Multiplikator für großartige Arbeit.

Wie Cal Newport in seinem Buch Deep Work [7] ebenfalls betont, ist es viel wichtiger, an der richtigen Sache zu arbeiten, als viele Stunden zu arbeiten. Altman sagt, dass die meisten Menschen ihre Zeit mit unwichtigen Dingen verschwenden, und es deswegen wichtig ist, seinen Fokus zu schärfen bzw. genau zu wissen, woran es sich zu arbeiten lohne.

Die Suche nach der "richtigen" Sache kann natürlich sehr lange dauern – hier empfiehlt Altman deswegen auch geduldig zu sein.

Sobald man aber die eine Sache gefunden hat, soll man keine Zeit vergeuden und unaufhaltsam sein, wenn es darum geht, diese wenigen Prioritäten schnell zu erledigen. Altman sagt, dass er noch keinen sehr erfolgreichen "Langsamkeitsmenschen" kennengelernt habe, der zwar eine gute Idee gehabt habe, aber nur sehr zögerlich vorgegangen sei.

Fokus, Konzentration und schnelle Umsetzung sind wichtig.

7. Arbeite hart

Unser Leben wird oft von "Power Laws" (Bsp. Pareto-Prinzip [8]) geprägt: Ein kleiner Teil von Aufwand ist oft für einen großen Anteil des Erfolgs verantwortlich, während es dann unglaublichen Aufwand benötigt, um Perfektion zu erreichen. So ist es auch, wenn man zu den besten gehören will:

Altman sagt, dass es ausreicht, entweder hart oder intelligent zu arbeiten, man zu den besten 10% eines Bereichs kommen möchte; wenn man aber zu den top 1% gehören will, braucht es beides. Extreme Menschen erzielen extreme Ergebnisse.

Viel zu arbeiten ist natürlich mit großen Abstrichen und Opportunitätskosten im Leben verbunden, und es ist nach Altman auch absolut vernünftig und verständlich, sich dagegen zu entscheiden.

Aber es bringt dafür auch eine Menge Vorteile. In den meisten Fällen verstärkt sich die Dynamik des Aufwands, und Erfolg führt zu Erfolg.

Die Bereitschaft, hart zu arbeiten, ist auch durchaus eine Einstellungssache: Arbeit sei etwas Positives, gebe viel Energie, besonders wenn man dabei seinen Sinn findet.

Arbeit ist anstrengend und viele Menschen suchen dabei keine Abkürzungen – diese gibt es aber nicht, und oft müssen Menschen erst ihren eigenen Weg finden. Altman sagt, dass das Durchhaltevermögen bei der Arbeit aber einer der wichtigsten Prädiktoren für langfristigen Erfolg sind.

Auch hier gilt der Compound Effect: Je früher man damit startet, umso schneller und länger summieren sich die Anstrengungen. Wiederum ist es auch einfacher, hart zu arbeiten, wenn man noch weniger Verpflichtungen hat.

8. Sei mutig

Es gibt viele Meinungen darüber, welches Unternehmen man gründen solle, wenn man damit erfolgreich sein wolle. Viele Menschen sagen, man solle den einfachsten Weg wählen und ein aktuelles (wenn oft kleines) Problem lösen, da hier die Erfolgswahrscheinlichkeit einfach größer sei.

Altman hingegen glaubt, dass es einfacher ist, ein schweres Startup zu gründen als ein leichtes Startup. Menschen wollen stets Teil von etwas Spannendem sein und das Gefühl haben, dass ihre Arbeit wichtig ist – das finde man tendenziell eher in einem anspruchsvollen, innovativen StartUp, als in einer kleinen Verbesserung. Denn wenn man Fortschritte bei einem wichtigen Problem macht, werden Menschen auch immer gerne helfen:

"Wenn alle anderen Meme-Firmen gründen und du eine Gen-Editierungsfirma gründen willst, dann tue das und stelle es nicht in Frage." – Sam Altman

Folge deiner Neugierde. Dinge, die dich begeistern, wirken auch auf andere Menschen inspirierend.

9. Sei willensstark

Viele Menschen geben auf, weil sie nicht das Gefühl haben, tatsächlich etwas bewegen zu können. Sie machen nichts dagegen und finden sich mit dem Status Quo ab. Selbstzweifel, zu frühes Aufgeben, es nicht hart genug zu probieren, sind die häufigsten Gründe, warum Menschen ihr Ziel nicht erreichen.

Altman sagt aber, dass man in den meisten Fällen aber mehr Einfluss nehmen kann, als man glaubt:

"Bitte um das, was du willst. Normalerweise wirst du es nicht bekommen, und oft wird die Ablehnung schmerzhaft sein. Aber wenn es funktioniert, funktioniert es erstaunlich gut."

Auch Willensstärke bzw. eine starke Vision können auf andere Menschen sehr inspirierend wirken und sie zum Tun begeistern.

10. Mach es anderen schwer, mit dir zu konkurrieren

Die Welt ist effizient – Wenn das, was du tust, auch von jemand anderem getan werden kann, wird es irgendwann getan, und zwar für weniger Geld. Altman betont daher die Wichtigkeit, einzigartig in den eigenen Fähigkeiten, der eigenen Person zu werden, quasi sich einen USP anzueignen.

Die besten Hebel dafür seien persönliche Beziehungen, indem man sich eine starke persönliche Marke aufbaut, oder indem man sich in der Schnittmenge mehrerer verschiedener Bereiche gut auskennt.

Dieser Ansatz gefällt mir sehr gut, denn das ist auch, wo breiter gefächerte Generalisten gegenüber Spezialisten einen Vorteil haben. 

Wichtig sei es, sich hier die Funktionsweise der menschlichen Psychologie in Erinnerung zu rufen: Die meisten Menschen tun das, was auch die meisten Leute, mit denen sie zusammen sind, tun. Dieses nachahmende Verhalten (mimetic behaviour [9]) sei in der Regel ein Fehler – denn wenn du das Gleiche tust wie alle anderen, wird es für andere nicht schwer sein, mit dir zu konkurrieren.

Sei also mutig, konzentriere dich auf deine Stärken bzw. einzigartigen Eigenschaften, Fähigkeiten und nutze persönliche Beziehungen, deine starke Marke und vielseitige Kenntnisse in mehreren, angrenzenden Bereichen dafür, einzigartig zu werden.

11. Baue dir ein Netzwerk auf

Tatsache ist, dass gerade in einer digitalisierten Wirtschaft der "Netzwerk-Effekt" unglaublich wichtig ist; demnach braucht es eine kritische Masse an Personen (Usern), wenn bspw. eine neue Plattform aufgebaut wird, um relevant zu sein, um den einzelnen Usern einen Nutzen zu bringen. Andernfalls wird das Projekt schnell wieder einschlafen oder eingestellt werden. [10]

Die Größe des Netzwerks von wirklich talentierten Menschen, die man kennt, wird laut Altman daher oft zur Begrenzung dessen, was man erreichen kann.

Er empfiehlt, Menschen so oft und so gut es geht zu helfen. Eine der besten Möglichkeiten, ein Netzwerk aufzubauen, besteht darin, sich einen Ruf zu erarbeiten, sich wirklich um die Menschen zu kümmern, die mit dir zusammenarbeiten.

Menschen haben oft Angst, dass diese Großzügigkeit ausgenützt wird; Altman sagt, daran dürfe man nicht denken, man soll übermäßig großzügig sein, wenn es darum geht, Vorteile zu teilen; denn es werde mit einem 10x-fachen Nutzen zu dir zurückkommen.

Das ist auch hilfreich, was die unterschiedlichen Fähigkeiten von Menschen angeht:

"Jeder ist in manchen Dingen besser als in anderen. Definiere dich über deine Stärken, nicht über deine Schwächen."

Ein besonders wertvoller Teil des Aufbaus eines Netzwerks besteht darin, gut darin zu werden, unentdeckte Talente aufzuspüren und diese richtig einzusetzen. Das schnelle Erkennen von Intelligenz, Tatkraft und Kreativität wird mit Übung immer einfacher und der einfachste Weg, das zu lernen, besteht darin, viele Menschen zu treffen und zu beobachten, wer dich beeindruckt und wer nicht. 

Altman wiederholt, dass es hier vor allem um die Geschwindigkeit geht, mit der du dich verbessern kannst, und du die Erfahrung oder die aktuellen Leistungen nicht überbewerten solltest.

"Ich versuche, mich immer zu fragen, wenn ich jemand Neues kennenlerne: "Ist diese Person eine Naturgewalt?" Das ist eine ziemlich gute Heuristik, um Menschen zu finden, die wahrscheinlich Großes erreichen werden."

Auch die Kraft von einem guten Mentoring ist in diesem Zusammenhang von größter Bedeutung:

"Ein Sonderfall des Aufbaus eines Netzwerks ist es, jemanden zu finden, der eine Wette auf dich eingeht, am besten zu Beginn deiner Karriere. Der beste Weg, dies zu tun, ist, wie nicht anders zu erwarten, sich als hilfreich zu erweisen."

Schließlich sei die Wahl des richtigen Umfelds von größter Bedeutung, da dieses einen großen Einfluss darauf hast, wie du denkst, wie du handelst, was du für richtig und falsch, möglich und unmöglich betrachtest. Altman empfiehlt daher, Zeit mit positiven Menschen verbringen, die deine Ambitionen unterstützen.

Hier findest du weitere inspirierende Zitate zum Thema Networking.

12. Reich wird man durch den Besitz von Dingen

In der vorletzten Empfehlung geht Altman auf die wirtschaftliche Komponente ein, die für Wohlstand und finanziellen Erfolg notwendig ist.

Vielfach wird Kindern in der Schule eingetrichtert, dass man brav, schnell und gut lernen müsse, um später einen sicheren Job mit einem guten Einkommen bekommen zu können. Wirtschaftlich ist das aber (wenn überhaupt) eine Teilwahrheit, denn für großen Wohlstand reicht es heutzutage kaum mehr aus, seine Zeit im Austausch für (oft nur geringes) Geld zu tauschen:

"Das größte wirtschaftliche Missverständnis meiner Kindheit war, dass Menschen durch hohe Gehälter reich werden. Es gibt zwar einige Ausnahmen - Entertainer zum Beispiel -, aber so gut wie niemand in der Geschichte der Forbes-Liste hat es mit einem Gehalt geschafft. Wirklich reich wird man durch den Besitz von Dingen, deren Wert schnell steigt."

Dabei kann es sich um Unternehmensanteile, Immobilien, natürliche Ressourcen, geistiges Eigentum oder ähnliche Dinge handeln. Aber auf die eine oder andere Weise muss man Eigenkapital an etwas besitzen, anstatt nur seine Zeit zu verkaufen. Zeit skaliert nur linear – Kapital hingegen im besten Fall exponentiell.

„Earn with your mind, not your time.“ – Naval Ravikant [11]

Der beste Weg, um Dinge herzustellen, die schnell an Wert gewinnen, ist nach Altman, Dinge zu produzieren, die die Menschen in großem Umfang wollen. Das betont auch Naval Ravikant:

"Wenn du Teil eines großen Technologieunternehmens sein willst, musst du in der Lage sein, zu verkaufen oder etwas zu erschaffen. Wenn du beides nicht kannst, lerne es." – Naval Ravikant [12]

Konzentriere dich daher darauf, Fähigkeiten zu entwickeln, die es dir ermöglichen, besser zu verkaufen oder etwas Nützliches herzustellen und deinen Input von deinem Output zu lösen – denn das wird dir viel mehr bringen, als lediglich deine begrenzte Zeit gegen schlechtes Geld einzutauschen.

13. Habe einen starken intrinsischen Antrieb

Altman schließt seine Liste mit einem starken intrinsischen Antrieb: Denn die meisten Menschen seien in erster Linie äußerlich getrieben, sie tun, was sie tun, weil sie andere Menschen beeindrucken wollen. Das ist aus vielen Gründen schlecht, aus diesen aber besonders:

  • Konsens und Konformität: Du wist an Ideen und Karrierewegen arbeiten, die allgemein akzeptiert sind. Die Sorge um die Meinung anderer wird dich wahrscheinlich davon abhalten, wirklich interessante Arbeit zu leisten, und selbst wenn du das schaffst, hätte es jemand anderes sowieso getan.
  • Fehleinschätzung von Risiken: Du wist wahrscheinlich die Risiken falsch einschätzen, da du zu sehr darauf fokussiert bist, mit anderen Schritt zu halten.

Interessant ist, dass gerade intelligente Menschen besonders anfällig für dieses extern getriebene Verhalten zu sein scheinen. Bewusstsein allein hilft dafür nur wenig – wiederum müsse man wahrscheinlich sehr hart daran arbeiten, um nicht in die mimetische Falle des Nachahmens zu geraten.

Altman schließt damit, dass die erfolgreichsten Menschen, die er kennt (darunter Paul Graham und Jessica Livingston), hauptsächlich von innen heraus getrieben sind; sie tun, was sie tun, um sich selbst zu beeindrucken und weil sie sich gezwungen fühlen, etwas in der Welt zu bewirken. Nachdem man genug Geld und sozialen Status erreicht hat, sei dies die einzige Kraft, die einen noch zu höheren Leistungsstufen antreiben könne.

Dies ist der Grund, warum die Frage nach der Motivation einer Person so wichtig ist. Es ist das erste, was Altman versucht, über jemanden zu verstehen. Die richtigen Motivationen sei schwer in Regeln zu fassen, aber man erkenne sie, wenn man sie sieht.

Letztendlich werde man den eigenen Erfolg daran messen, hervorragende Arbeit in Bereichen zu leisten, die einem selbst wichtig sind. Je früher man in diese Richtung startet, desto weiter werde man kommen.

"Es ist schwer, in etwas, von dem man nicht besessen ist, wild erfolgreich zu sein."

Folge also deinem eigenen Pfad, deiner Neugier, deiner intrinsischen Motivation, und du wirst großartige Arbeit schaffen.

Fazit: "How To Be Successful"

Die genannten 13 Faktoren werden oft nur als oberflächliche Zitate und Phrasen aus dem Zusammenhang gerissen; sie klingen einfach und man denkt sich beim Lesen: "Das mache ich ja eh so.". Ich finde es großartig, mit welcher Detailtiefe Altman auf die einzelnen Aspekte eingeht, Kontext, Tiefe, Beispiele und Erfahrungen dazu gibt, um die Aussagen besser zu verstehen bzw. auch selbst umsetzen zu können. 

Ich habe für mich selbst wieder sehr viel bei der Zusammenfassung gelernt und werde den Beitrag definitiv mit einigem zeitlichen Abstand wieder lesen, in der Hoffnung dann noch neue Details und Erkenntnisse zu bekommen. Ich hoffe, dass der Beitrag auch für dich sehr nützlich ist und freue mich, von dir zu hören – was hilft dir, "erfolgreich" zu sein? 


Referenzen

  1. Altman, How To Be Successful (2019).
  2. Ravikant, Productize Yourself (2019).
  3. Hardy, The Compound Effect* (2022).
  4. Parrish, The Great Mental Models: General Thinking Concepts* (2020).
  5. Grant, Originals – How Non-Conformatists Move The World* (2016).
  6. Kahneman/Tversky, Choices, values, and frames, American Psychologist 39(4) (1984), 341.
  7. Newport, Deep Work – Rules For Focused Success In A Distracted World* (2016), 3f, 16.
  8. Archiviertes Originalwerk in Französisch von Pareto, Cours d'Économie Politique, Librairie Droz Geneva (1964), 313.
  9. Interview im Podcast The Knowledge Project von Farnam Street: Luke Burgis: The Power of Mimetic Desire [The Knowledge Project Ep. #138].
  10. Mehr über Netzwerkeffekte
  11. Jorgenson, The Almanack of Naval Ravikant: A Guide to Wealth and Happiness* (2020), 57.
  12. Jorgenson, The Almanack of Naval Ravikant: A Guide to Wealth and Happiness* (2020), 56.

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Mag. Nikolaus Juranek

Mag. Nikolaus Juranek ist Jurist und Dipl. Lehrtrainer für Erwachsenenbildung. In seinen Artikeln beschäftigt er sich damit, wie man sich praxisrelevante Skills und Fähigkeiten aus den verschiedensten Bereichen aneignet, um in Beruf, Hobby und Privatleben zu wachsen und in dem, was man macht, neue Standards setzt.

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